DER "SCHWINGACHSWAGEN"
SW 35; SW 38; SW 42 (3,5 L., 3,8 L. und 4,2 L.)
| gebaut: Anzahl: |
SW 35 1935 SW 38 19361939 SW 42 19391941 (SW 35, SW 38, SW 42) insgesamt etwa 850 |
"Nur dann kann ein Wagen Anspruch erheben,
zweckmäßiges Fahrzeug zu sein, wenn er sich sowohl auf dem bisherigen Straßennetz als
auch auf den kommenden Autobahnen bewährt. Der neue 'Maybach' Typ 'SW 35' wird diesen
beiden gewiß unterschiedlichen Anforderungen vollauf gerecht werden."
(aus dem Maybach-Prospekt SW 35)
"Maybach-Karosserien bleiben der Ausdruck zeitgemäßer Verkehrsmittelkultur, sie
verzichten auf Nebensächlichkeiten und behalten die Note, die sich auf behagliche
Bequemlichkeit, erlesene Raumgestaltung und die repräsentative und doch sportliche Linie
gründet."
(aus der Maybach-Anzeige "Merkmale des
Fortschritts" des SW 35)
Wegen der sich 1933/34 langsam erholenden, wirtschaftlichen Lage, einer geradezu
stürmischen Weiterentwicklung der Motoren- und Fahrwerktechnik und dem zu dieser Zeit in
Angriff genommenen Bau von Schnellverkehrsstraßen galt es, die bisherige Philosophie des
Automobilbaues beim Maybach-Motorenbau zu überdenken und anzupassen. Das Fazit dieser
Überlegungen war ein von Grund auf neu konzipierter, hochmoderner Schwingachswagen, der
1935 als SW 35 auf der IAMA in Berlin erstmalig gezeigt wurde.
Dieses Automobil, in seinen äußeren Ausmaßen wesentlich bescheidener als die bisherigen
Maybach-Typen, verkörperte den neuesten Stand fortschrittlicher Motoren und
Fahrzeugtechnik, wodurch er sich zur damaligen Zeit der inländischen Konkurrenz
überlegen zeigte. Im Laufe der Jahre erwies es sich als notwendig, um die erwünschte
Leistung des 6-Zylinder-Motors mit obenliegender Nockenwelle trotz der sich ständig
verschlechternden Treibstoffqualität zu erhalten, den Hubraum sukzessive von 3,5 Liter
auf 3,8 Liter und schließlich auf 4,2 Liter anzuheben.
Obwohl man sogar kurzfristig bis zu ein oder zwei SW-Wagen täglich fertigte, blieb der
Wagenbau nach wie vor eine unlukrative Nebensparte im Produktionsprogramm der
Maybach-Motorenbau GmbH.
Diese Maybach-Wagen blieben aber stets ein von der Konkurrenz beneidetes Aushängeschild.
SW 35 (Schwingachswagen 3,5 Liter)
| Motor Zylinderzahl Bohrung x Hub Hubraum Leistung Verdichtung Vergaser Ventile Kühlung Schmierung Zündung Kraftübertragung Kupplung Schaltung Getriebe Fahrwerk Vorderradaufhängung Hinterradaufhängung Lenkung Fußbremse Handbremse Schmierung Allgemeine Daten Radstand Spur vorn/hinten Gesamtmaße Räder Reifen Fahrgestellgewicht Wagengewicht Höchstgeschwindigkeit Verbrauch/100 km Kraftstofftank Preise Fahrgestell je nach Aufbau |
HL 35 6 (Reihe) 90 x 90 mm 3435 ccm 140 PS bei 4500 U/min 1:7,1 2 Steigstrom-Doppelvergaser Typ 35 MMOVS hängend Wasser-Pumpe Druckumlauf Batterie Antrieb auf die Hinterräder Mehrscheiben-Trockenkupplung 4 Vorwärtsgänge durch 2 kleine Hebel Mitte Lenkrad, ohne zu kuppeln. Leerlaufstellung, 1a Gang und Rückwärtsgang mittels Handhebel Mitte Wagen Maybach-Doppelschnellganggetriebe mit Hinterachse verblockt Tiefbettkastenrahmen Doppelquerlenker, 1 Querfeder, 2 Schraubenfedern Pendelachse, 1 Querfeder, 2 Schraubenfedern Schnecke mit Lenkfinger, links oder rechts mechanisch, Vierrad mit Saugluft (Bosch-Dewandre) mechanisch, Vierrad Eindruck-Zentralschmierung 3080 / 3380 / 3480 mm 1440 / 1480 mm 4500/4900 x 1850 x 1650 mm Artillieräder oder Drahtspeichen 6,50 x 17 1300 kg je nach Aufbau 19002100 kg 140/160 km/h je nach Karosserieform 17 ltr. 80 ltr. 13.200 RM 18.000 23.500 RM |
SW 38 (Schwingachswagen 3,8 Liter) SW 42 (Schwingachswagen 4,2 Liter)
| Motor Zylinderzahl Bohrung x Hub Hubraum Leistung Verdichtung Vergaser Ventile Kühlung Schmierung Zündung Kraftübertragung Kupplung Schaltung Getriebe Fahrwerk Vorderradaufhängung Hinterradaufhängung Lenkung Fußbremse Handbremse Schmierung Allgemeine Daten Radstand Spur vorn/hinten Gesamtmaße Räder Reifen Fahrgestellgewicht Wagengewicht Höchstgeschwindigkeit Verbrauch/100 km Kraftstofftank Preise Fahrgestell je nach Aufbau |
HL 38 / HL 42 |
![]() |
SW 35, Baujahr 1935, Chassis-Nr. 1632 Motor-Nr. 11148 Karosserie: Spohn, Ravensburg Erstbesitzer: Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher Gaswerke, Frankfurt/Main. Auf Wunsch des Erstbesitzers wurde das Fahrzeug mit dem Bergwerksemblem "Hammer und Schlegel" als Kühlerfigur statt dem Maybach-Zeichen ausgeliefert. War nach 1945 geraume Zeit Schleppwinde bei den Segelfliegern. |
![]()
|
SW 38 Baujahr 1936 Rolldach-Pullman-Limousine Chassis-Nr. 1739 Motor-Nr. 11693 Karosserie: Spohn/Ravensburg |
![]() |
SW 38 Baujahr 1939 4-türiges Cabriolet Chassis-Nr. 2228 Motor-Nr.11685 Karosserie: Spohn/Ravensburg 1939 Ausstellungsstück der Maybach-Vertretung in Berlin Erstbesitzer: Direktor Carl Wenzel, Mitinh. der Firma Tetzlaff & Wenzel, Kolonialwarengroßhandel, Stettin. |
![]() |
SW 38 Baujahr 1937 4-türiges Cabriolet Chassis-Nr. 1830 Motor-Nr. 11300 Karosserie: Spohn/Ravensburg Erstbesitzer: Dr.Hans Gerling, Gerling-Konzern Köln |
![]() |
SW 38 Baujahr 1938 2-türiges Sport-Cabriolet Chassis-Nr. 2029 Motor-Nr. 11481 Karosserie: Spohn Ravensburg Erstbesitzer: Direktor Max Wirth-Kaelin Färberei, Appretur, Schusterinsel GmbH Weil/Rhein. Ein Student kaufte nach dem Krieg den Wagen von der Witwe des Erstbesitzers und fuhr ihn viele Jahre lang täglich im normalen Verkehr. |

SW 42, 2-sitziges Sportcabriolet, Karosserie Spohn/Ravensburg,
ausgestellt auf der Wiener Frühjahrsmesse 1940. Farbe elefantengrau, rot abgesetzt,
Sitzpolster weißgraues Rindleder, blaugraue Paspelierung. Verdeck dunkelblau,
Spezial-Einsatzkoffer: Rindleder hellbeige. Reserveradhüllen aus Blech mit Chrom
abgesetzt. Telefunken-Radio. Preis damals 21.580,-- RM.
Einer der letzten Maybachs. Heute verschollen.

SW 42, 6-sitziges Transformations-Cabriolet, Baujahr 1939, Chassis-Nr. 2279,
Motor-Nr. 11666, Karosserie Spohn/Ravensburg. Ein Wagen der geraume Zeit dem bekannten
Motor-Journalisten und Schriftsteller, (war sportlich erfolgreich auf Porsche) und
Gründungsmitglied des Maybach-Clubs, Richard von Frankenberg gehörte. Heute steht der
Wagen im EFA-Automobil-Museum in Amerang/Chiemsee.
![]() |
SW 38 2-sitziges Sport-Cabriolet ausgestellt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung Berlin 1937. Karosserie Spohn/Ravensburg. Damals schrieb die Presse über dieses Auto: "Zu der sportlichen Note dieses Wagens passen die schönen und wirklich geräumigen Reisekoffer, die leicht zugänglich und doch sicher geborgen im Rückteil des Sitzraumes untergebracht sind". |
![]() |
SW 38 Baujahr 1936 Chassis-Nr. 1808 Motor-Nr. 11569 Pullman-Limousine Karosserie: Spohn/Ravensburg - auch aus einer solchen Ruine wird durch die begeisterte Arbeit von Maybach-Enthusiasten irgendwann ein fahrbereites Auto. In den 50er Jahren fuhr der Wagen bei der Bayerischen Staatskanzlei in München. |